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Ende des Routerzwang

Seit dem 01. August 2016 müssen alle Breitbandanbieter (sprich DSL & Telefonanbieter) Ihre Zugangsdaten heraus geben, spätestens dann wenn der Kunde Sie darum bittet.

Vodafone und Kabel NRW sowie auch Unitymedia müssen seit dem 01.08.16 all Ihren Kunden die freie Wahl bei der Auswahl Ihres Endgerätes ermöglichen. Laut Gesetzt kann ab sofort jeder Kunde selbst entscheiden welchen Router er an seinem DSL-Anschluss verwendet. Bislang war der Kabelanbieter sehr knauserig was die Herausgabe der Zugangsdaten betrifft, da Unitymedia viel lieber Ihre eigen Fritzboxen und DSL-Modems an die Kunden vermieten oder verkaufen wollte.

Positiv zu beurteilen wäre es ja schon mal, das dort zumindest auch die Fritz.Box Cable zum Einsatz kommt, allerdings mit der Einschränkung, das der Kunde keine systemnahen Einstellungen verändern kann. Auch die Firmware-Updates können bei den von Unitymedia gebrandeten Fritz-Boxen nicht vom Kunden eingespielt werden, sondern werden zentral vom Kabelprovider verteilt, wenn er es für richtig und nötig erachtet.

Nachteil für Bestandskunden

Laut Gesetz gilt die Abschaffung des Routerzwang allerdings nur für neue Verträge, so hat es die Koalition leider beschlossen, dort heißt es:

Demnach müssen die Netzbetreiber die Zugangsdaten und weitere Informationen „in Textform, unaufgefordert und kostenfrei bei Vertragsschluss“ zur Verfügung stellen.

„Bei Vertragsschluss“ heißt nach Ansicht von Unitymedia, dass Bestandskunden rein rechtlich nicht davon betroffen sind. Auf ähnliche Auch der DSL-Anbieter Teltarif.de  legt das Gesetz so aus. Demnach sollten zunächst nur Neukunden davon profitieren, laufende Verträge seien erst bei einer Verlängerung betroffen, hatte das Ministerium im Dezember mitgeteilt. Die Bundesnetzagentur berichtet, dass die Neuregelung nicht in bestehende Verträge zwischen Kunden und Anbietern eingreife.

Aber die Behörde geht -„ im Sinne einer verbraucherfreundlichen Umsetzung durch die Unternehmen – davon aus, dass durch die Neuregelung Bestands- gegenüber Neukunden nicht benachteiligt werden„.

Verbraucherschützer und Politiker empört

Verbaraucherschützer und der CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek zeigte sich „überrascht“. Schließlich hatten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten: „Die zur Anmeldung der Router (TK-Endeinrichtungen) am Netz erforderlichen Zugangsdaten sind den Kundinnen und Kunden unaufgefordert mitzuteilen.“ Da ist nicht von Neukunden die Rede.

Der Kabelnetzbetreiber Vodafone will ebenfalls die Bestandskunden nicht benachteiligen. Dazu sagte der Sprecher des Konzerns,  Volker Petendorf   „Die gesetzliche Regelung zur Endgerätefreiheit greift erst bei Verträgen, die ab dem 1. August 2016 geschlossenen werden…“
„..bei Vodafone ist derzeit jedoch vorgesehen, dass auch Kunden im Rahmen bestehender Verträge grundsätzlich die Möglichkeit haben, eigene Kabelmodems einzusetzen, soweit diese Geräte die Anforderungen gemäß der ab 1. August geltenden Schnittstellenbeschreibung wie im Koalitionsvertrag vereinbart, zu erfüllen.“

Dies gilt laut Vodafone jedoch nicht für Kunden, „die speziell vorprogrammierte Geräte beziehungsweise Produkte für ihren Anschluss gebucht haben“. Allerdings zählt dazu nicht die derzeit von Vodafone angebotene Fritzbox 6490, sondern Router und Geräte, die eine VPN-Verbindung herstellen.

Laut Berichten auf Golem.de hat mittlerweile Unitymedia eingelenkt und will nun doch die Zugangsdaten freiwillig (auf Verlangen) herausgeben.

Leider ist es bei diesem Hick-Hack und der schwammigen Gesetzeslage noch nicht abzusehen, wer nun alles von dem neuen Gesetz profitieren wird.

AVM hat inzwischen eine eigene Seite eingerichtet, um seine Kunden über die Umsetzung des Gesetzes durch die Provider zu informieren. Neben den Kabelnetzbetreibern Unitymedia, Vodafone, Netcologne, Primacom und Telecolumbus rücken die Breitbandanbieter Wilhelm.tel, M.net, O2 und EWE noch nicht vollständig die Zugangsdaten für Breitband und Telefonie heraus.

Quellen:
www.avm.de, heise-online.de